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Häufig gestellte Fragen

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Gibt es gesetzliche Vorschriften für die betriebliche Gesundheitsförderung als Unternehmenspolitik?  Nein, als solche ist sie freiwillig. Sie setzt aber selbstverständlich die Realisierung aller gesetzlich erforderlichen Präventionsmassnahmen für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz der im Unternehmen Beschäftigten voraus.  
Welches sind die Grundvoraussetzungen der betrieblichen Gesundheitsförderung?   Einerseits die Umsetzung aller notwendigen verhältnisorientierten Massnahmen im Betrieb, welche die Arbeitnehmer vor arbeitsbedingten Unfällen und Krankheiten schützen. Dazu kommen die systematische Weiterbildung und aktive Mitwirkung des Personals in Gesundheitsfragen sowie die Berücksichtigung der Gesundheit in allen Entscheidungsprozessen und Evaluierung aller getroffenen Massnahmen. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist deshalb als nachhaltig betriebene Unternehmenspolitik zu verstehen.  
Welches sind die Handlungsfelder der betrieblichen Gesundheitsförderung?  Es sind dies die Unfallverhütung bei der Arbeit und im Privatbereich, die Krankheitsprophylaxe bei der Arbeit und ebenso im Privatbereich sowie die allgemeine Förderung der Gesundheit durch ergonomische, hygienische und psychologische Massnahmen, die Ernährung, der Umgang mit Stress, Suchtmitteln wie Tabak, Alkohol und anderen Drogen, die körperliche und geistige Fitness, Eliminierung psychosozialer Belastungsfaktoren wie Mobbing, sexuelle Belästigung oder Gewalt, die Arbeitszeitgestaltung, das Schaffung altersgerechter Arbeitsanforderungen, die Personalführung, Arbeitsorganisation, soziale Unterstützung und viele weitere mehr.  
Gibt es Spezialisten, welche das gesamte Repertoire der betrieblichen Gesundheitsförderung beherrschen und kompetent beraten?   Entsprechend der Vielzahl der verschiedenen Handungsfelder der BGF gibt es eine Vielzahl von in unterschiedlichen Fachgebieten spezialisierten Profis. Zu diesen gehören Ergonomen, Organisationsberater, Ernährungsspezialisten, Ärzte, Arbeitspsychologen, Ergo- und Physiotherapeuten, Mediatoren, Arbeitshygieniker, Sicherheitsspezialisten, Führungsexperten, Suchtberater und weitere.  
Existiert die Möglichkeit, einen Betrieb bzgl. der Qualität seiner betrieblichen Gesundheitsförderung zertifizieren zu lassen?  Ja, seit 2008 gibt es das Label «Friendly Work Space®»
Ausgezeichnet werden Unternehmen, welche nicht nur auf die individuellen Verhaltensweisen fokussieren, sondern auch Massnahmen zur Optimierung der betrieblichen Rahmenbedingungen erfolgreich umsetzen und Betriebliches Gesundheitsmanagement als Bestandteil des Unternehmensmanagements betrachten.

Die Beurteilung und die Labelvergabe erfolgen durch Gesundheitsförderung Schweiz.
Nährere Angaben finden Sie hier 
Kann man das Kosten-Nutzen-Verhältnis der betrieblichen Gesundheitsförderung klar bestimmen?  In jedem Untenehmen können Kennzahlen wie Unfallzahlen und -kosten, Fehlzeiten, die Personalfluktuation, Mitarbeiterzufriedenheit etc. bestimmt werden, welche im Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln für die betriebliche Gesundheitsförderung betrachtet werden können. Jedoch ist der Nachweis, dass die aufgewendeten Mittel in einem einfachen ursächlichen Zusammenhang mit solchen Messergebnissen stehen, genau so wenig möglich wie dies z.B. bei Werbekampagnen der Fall ist. Es existieren zu viele weitere die Gesundheit der Mitarbeitenden beeinflussenden Faktoren, welche bei der Analyse nicht berücksichtigt werden können.  
Birgt die betriebliche Gesundheitsförderung als Unternehmenspolitik auch Gefahren?   Wenn, dann höchstens bei ihrer Einführung. Wenn eine Unternehmensleitung beschliesst, die betriebliche Gesundheitsförderung systematisch zu betreiben, so muss sie - je nach Ausgangssituation im Betrieb - zu einer mehr oder minder ausgeprägten Änderung ihrer Betriebskultur bereit sein. Um mögliche Konflikte zu vermeiden, muss der Prozess von der Geschäftsleitung ausgelöst und aktiv begleitet werden. Auch dürfen die Erwartungen bzgl. der Auswirkungen der Aktivitäten nicht unrealistisch hoch und auf rasch sichtbare Erfolge ausgerichtet sein.  
Worin liegt der wesentliche Unterschied zwischen der Prävention und der Gesundheitsförderung?   Die Prävention geht von der Sicht aus, dass die Gesundheit der Menschen von äusseren Gefahren bedroht wird. Die Gesundheit wird gesichert, indem das Eintretenswahrscheinlichkeit und/oder das mögliche Schadenausmass der Gefahren durch strategische, technische, organisatorische oder personenorientierte Massnahmen auf ein akzeptables Mass reduziert werden.
Die Gesundheitsförderung geht hingegen ressourcenorientiert von der Frage aus, was Menschen gesund erhält. Die Gesundheit wird u.a. gefördert durch die Anwendung von erworbenem Wissen über diese Gesundheitsfaktoren und die Schaffung gesunder Arbeits- und Lebensverhältnisse. Bei der betrieblichen Gesundheitförderung wird dieses Gesundheitswissen mit der aktivem Mitarbeiterbeteiligung bzgl. Gesundheitsfragen u.a. für die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen genutzt, womit auch die persönliche Eigenverantwortung gestärkt wird.  
Kommt die betriebliche Gesundheitsförderung einen Betrieb teuer zu stehen?  Die Kosten, welche über den gesetzlichen Präventionsbereich hinausgehen, sind in der Regel gering. Sie umfassen die Projektplanung und -begleitung, organisatorische Aspekte (Einführung und Moderation von Gesundheitszirkeln, Rauchfreier Betrieb, Essen in der Kantine etc.), Weiterbildungsangebote (Stressmanagement, Work-Life-Balance etc.), medizinische Unterstützung (Kreislauf-Check-up, Grippeimpfungen etc.), Sicherheits- und Fitnessangebote (Velohelm-Aktion, Aquafit-Kurse etc.) sowie die Evaluierung (Management- und Mitarbeiterbefragung, Kosten-Nutzen-Analyse etc.).  

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